Der älteste Kalender der Welt

| | Kategorie: Zeitmesser

Ein Kalender ist heute ein selbstverständlicher Begleiter in unserem Alltag. Wir nutzen ihn als Wandkalender, Online-Kalender, Terminplaner oder App. Aber seit wann gibt es Kalender? Und wie sah der erste Kalender der Welt aus? Tauchen wir ein in die Geschichte des Kalenders und bewegen uns ein paar Tausend Jahre in der Zeit zurück…

Universum der Uhren

Wie wurde vor tausenden von Jahren die Zeit berechnet?

Erstes Kalendersystem in Ägypten

Lange Zeit waren sich Forscher einig, dass die Ägypter etwa 4.000 v. Chr. das erste Kalendersystem entwickelten, welches aufgrund der Gezeiten des Nils entstand. Bereits seit den frühen Jägerkulturen beobachteten die Menschen die Natur, um anhand wiederkehrender Ereignisse wie etwa Tierwanderungen, der Lauf der Jahreszeiten oder auch die Konstellation der Sterne die Zeit einzuteilen.

In Ägypten sorgte der Nil regelmäßig für Überschwemmungen, die Feld und Ernte zerstörten. So war es für die Ägypter wichtig, den Zeitpunkt der Überschwemmung zu ermitteln, um ihr entsprechend vorbeugen zu können. Durch Beobachtungen des Himmels fiel ihnen schließlich auf, dass der Stern Sirius zu einem bestimmten Zeitpunkt etwas früher als gewohnt aufging. Kurz nach diesem verfrühten Aufgang folgte die Nilschwemme, was im Übrigen bis heute der Fall ist. Die Ägypter legten daher den Tag des verfrühten Aufgangs von Sirius als ihren Neujahrstag fest und konnten sich nun auch für die kommende Nilschwemme rechtzeitig wappnen. Doch erst der Bau des Assuan-Staudamms von 1960 bis 1971 sorgte dafür, dass die Nilschwemme das Nildelta nicht mehr erreichte.

Umdenken bei den Forschern: Ältester Kalender der Welt in Schottland gefunden

Die Annahme, dass die Ägypter den ältesten Kalender der Welt entwickelt hatten, wurde jedoch im Juli 2013 auf den Kopf gestellt. Forscher fanden im schottischen Warren Field Überreste eines Zeitmarkers, der auf das 8. Jahrtausend v. Chr. datiert wurde. Zwölf verschieden große Gruben, die nach Nordosten ausgerichtet sind und einen Durchmesser von bis zu zwei Metern haben, dienten offenbar zur Ermittlung und Darstellung der Zeit.

Wie sich herausstellte, markieren die Gruben die verschiedenen Mondphasen, der „Slug Road Pass“ – ein Tal zwischen zwei Hügeln – markiert den Sonnenaufgang am Tag der Wintersonnenwende und in den Pfostenlöchern in der Grubenmitte dienten Holzpfähle offenbar als eine Art Uhrzeiger, mit denen sich Verabredungen treffen ließen. Steckte beispielsweise ein Pfahl in der dritten Grube, könnte dies bedeuten, dass man sich zum Jagen trifft. Die Forscher sind allerdings noch dabei, die neuen Erkenntnisse auszuwerten und entsprechende Rückschlüsse auf die Rolle des Kalenders in Bezug auf das Zusammenleben in so frühen Jahren zu ziehen.

Bildnachweis: Wolfgang Dirscherl / pixelio.de

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